Auf Einladung der Bundesinitiative Großeltern hielten wir von der GroßelternAkademie mit Sitz in Illerrieden, Baden-Württemberg, am 30.09.2020 im Haus der Familie in Euskirchen, einen Vortrag zum Thema „Coole Großeltern – voll imTrend“.
Aufmerksame, fragende, auch kritische Großeltern, waren unsere Zuhörer. Obwohl unser Ausgangspunkt ein ganz anderer ist – wir sprechen gewöhnlich mit und zu Großeltern, die wissen wollen, wie sie das bestehende Verhältnis zu Kindern und Enkeln verbessern können – durften wir diesen, von ihren Enkeln willkürlich getrennten Großeltern, Nachdenkswertes vermitteln.
Zu Beginn erklärten wir unsern Zuhörern, wie die einzelnen Generationen „ticken“, wobei es konkret um die heutige Enkelgeneration ging, die sogenannten „digital natives“, jene jungen Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, ihre Lebensplanung relaxt angehen können und der älteren Generation unverblümt den Spiegel vorhalten in Sachen Klimawandel und Flüchtlingsströme. Uns ging es darum, Verständnis für eine Generation zu wecken, die ebenso wenig für ihre Lebensumstände kann und davon geprägt ist, wie wir Großeltern von unsern. Wir können, so der Tenor der GroßelternAkademie, manche Umstände nicht ändern, aber wir können uns ändern: unsere Einstellung, und unser Verhalten.
Darum ging es konkret im zweiten Teil des Vortrages: „Wenn Sie außer Geld nichts zu vererben haben, sind Ihre Enkel arm dran“ oder „auf dem Spielfeld spielen jetzt andere“, waren unter anderem zwei Gedankenanstöße, in denen wir den Großeltern ihre Verantwortung, die sich doch in einigem von der elterlichen unterscheidet, aufzeigten. Dass ein starker (Familienstamm)Baum starke Wurzeln braucht, brachte einen zuhörenden Großvater zu einer bereichernden Ergänzung und dem dramatischen Appell, dass Bäume, denen man die Wurzeln kappt, verdorren. Ähnlich verhält es sich mit Stammbäumen, bzw. Familien: Werden hier die Wurzeln gekappt, also die Großeltern abgehängt, bzw. weggeschickt, gerät das ganze Gefüge in Schieflage.
Was macht „coole“ Großeltern aus? Gelassenheit und Toleranz beispielsweise. Solche Großeltern leben ein Miteinander und sind belehrbar.
Am Schluss zeigten wir, wie sich ein gutes Generationenverhältnis nachhaltig günstig auf die Gesundheit der Großeltern auswirkt. Großeltern, die mit ihren Enkeln leben dürfen, haben Zukunft und Lebenssinn, sind hoffnungsfroh, zufrieden und dankbar. Gerade ältere Menschen müssen wissen, dass sie gebraucht werden, das ist lebensverlängernd.
Uns persönlich tat es sehr leid, dass unsern Zuhörern aus der Gruppe der verlassenen Großeltern alles ein bisschen wie Utopie geklungen haben muss. Diese Großeltern tragen eine Wunde in sich, die fortwährend eitert und nie verheilen wird. Das war uns Referenten sehr bewusst. Dennoch haben unsere Zuhörer bekundet, dass dieser Vortrag, trotz ihrer tragischen Umstände, lehrreich und interessant für sie war.
Besonders gefallen hat uns, dass wir uns anschließend – natürlich unter Einhaltung aller Coronaauflagen – im Restaurant zum Austausch in gemütlicher Runde trafen.
Marianne Kopp, GroßelternAkademie
