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Ein Bericht von Annemie Wittgen (auch mit Auszügen aus dem Regional Magazin Stadthagen und den Schaumburger Nachrichten)

Bei dieser Demo protestierten Mütter, Väter, Großeltern.

Die Veranstaltung wurde organisiert vom Väteraufbruch für Kinder / Lippe Weser Bergland, der insgesamt 50 Mitglieder zählt.


An erster Stelle stand sowohl die Kritik der hiesigen Jugendämter und Gerichte als auch die aus dem gesamten Bundesgebiet. Im großen Ausmaß werden hier die Rechte der Kinder ignoriert. Deshalb wurde mit dieser Demo um Aufmerksamkeit gebeten und die Öffentlichkeit darüber informiert. Die Demo in Stadthagen begann mit einem Besuch des Amtsgerichtes. Frau Katharina Augath  (Kreisjugenddezernentin) unterstützte dabei die Gruppe auch bei den Gesprächen, die miteinander geführt wurden mit der Leitung des Amtsgerichtes Frau Benz. Frau Augath war auch dabei als die  Gruppe das Jugendamt aufsuchte. Dort konnten sie ihre Probleme nochmals äußern und die schriftlichen Stellungnahmen abgeben. Mit einem Protestmarsch ging es dann weiter zum Marktplatz von Stadthagen zu der vorbereiteten Bühne.


Dort in der Öffentlichkeit gab es interessante Vorträge und Diskussionen. Die Demonstranten forderten: "Allen Kindern beide Eltern". "Kinder brauchen ihre Großeltern."


"Die Gleichberechtigung im Umgang bei einer Trennung der Eltern mit Blick auf die Kinder sagte Jürgen Kreth. Dasselbe gelte auch für beide Elternteile.


"Wir wollen volles Sorgerecht für beide Elternteile von Geburt an“ betonte Markus Witt.

Im Verein des VAfK steht das Kind im Mittelpunkt beim Bemühen um Konfliktbewältigung. 36% der Ehen werden leider geschieden. Meist bleiben die Kinder bei ihren Müttern. Wo dann die Väter die alltäglichen Dinge ihrer Kinder nur dürftig oder gar nicht erfahren.


"Vater wird schnell zum Sonntags-Papa oder die Beziehung geht ganz verloren."


Das Anliegen der Großeltern (Rede: Annemie Wittgen)


Fast die Hälfte der Kinder verliert nach der Trennung der Eltern, den Kontakt zum anderen Elternteil und der übrigen Familie, den Großeltern und anderen Verwandten. Kinder brauchen für ihre Entwicklung die ganze Familie. Wo vorher eine liebevolle Beziehung war ist plötzlich alles anders, Kind und Großeltern werden in den Konflikt mit einbezogen. Die Kinder werden nicht gefragt, was sie möchten. Oft wird Großeltern von Geburt an der Kontakt zum Enkel/in verweigert. Natürlich gibt es auch Kontaktabbrüche durch andere Familienprobleme.


In der Regel sind Großeltern von klein an neben den Eltern wichtige Bezugspersonen.


Betroffene Großeltern gründeten 2002 die Bundesinitiative-Großeltern, die sich seitdem für das selbstverständliche Recht aller Kinder auf die ganze Familie einsetzen. Sie wollten nicht dass ihre Enkel ohne Großeltern aufwachsen.


Unsere Forderungen lauten:

  1. Wir brauchen lösungsorientierte Verfahren auf die kindlichen Bedürfnisse ausgerichtet und die Cochemer Praxis für ganz Deutschland / mediatives Verfahren.
  2. Aufsicht der Jugendämter
  3. Änderung des § 1685, der in dieser Form nicht hilfreich ist, für Großeltern und Enkel, mit umgekehrter Beweislast wie in Frankreich. Und das Recht des Kindes auf die ganze Familie. Wir möchten nicht beweisen müssen, dass wir dem Kindeswohl gerecht werden, obwohl vorher eine gute Bindung bestand.
  4. Spezielle Ausbildung der Familienrichter im Familienrecht.


Wir Großeltern glauben: gerade Kinder, deren Eltern sich im Familienkonflikt befinden, brauchen ihre Großeltern als ruhigen Pol in stürmischen Zeiten. Und die Eltern werden dadurch entlastet. Durch gute Enkel-Beziehungen werden unsere Sozialsysteme entlastet. Enkel und Großeltern profitieren davon. Auch bei Unvermögen der Eltern, ihre Kinder selbst zu versorgen, sind die meisten Großeltern in der Lage ihre Enkel zu betreuen. Dadurch würden Heimplätze und Pflegefamilien eingespart.


Fazit: Mütter, Väter und Großeltern waren sich einig, die Kinder und Enkel brauchen ihre ganze Familie. Das sollte das Ziel aller entsprechenden Behörden sein. Und so sollten sie handeln. Die Politik ist hier gefordert. Das ist wichtig für alle Kinder / besonders die Kinder, die sich ungewollt im Familienkonflikt befinden.


Die Kinder sind unsere Zukunft.


Die Zukunft ist nicht vorbestimmt. Wir können sie beeinflussen.


Mitwirkende auf der Bühne während der Demo, durch eine Rede und im Gesprächskreis:


Herr Witt (Bundesvorstand des VAfK)
Frau Jacobs (Psychologin und Therapeutin) (Handout unten)
Herr Kirchhoff ( Erziehungsbeistand )
Herr Kreth (Kreisvorsitzender des VAfK)
Frau Wittgen (Bundesinitiative Großeltern)


Allen, die diese Demo vorbereitet haben und auch am Tag der Demo sehr viel Einsatz zeigten, gilt mein voller Respekt.


Ein herzliches Dankeschön für die Gastfreundschaft gegenüber meiner Person bei Familie Putz und der ganzen Gruppe des Vafk Lippe Weser Bergland.


Annemie Wittgen