BIGE Niedersachsen Nord

Großeltern gründen im März 2011 einen Gesprächskreis bei KISS-/Paritätischer Friesland

Zwei Großelternpaare, die von ihren Enkelkindern nach jahrelanger liebevoller Beziehung von einem Tag auf den anderen getrennt wurden, trafen sich im September 2010 bei KISS/ Paritätischer Wohlfahrtsverband Friesland, um sich über Hilfen bei der Wiederherstellung der Kontakte zu ihren Enkeln zu informieren.  Im März 2011 entschloß man sich zu einer SHG. KISS-Redakteur Dieter Klocke, der mit den Großeltern sprach und sich erschüttert über die Schilderungen zeigte, führte mit zwei Großelternpaaren anonymisierte Interviews -zum Schutz der Familien- und berichtete dazu in den hiesigen Tageszeitungen in Friesland und Wilhelmshaven ab 2012. Bis Ende 2013 meldeten sich mehr als 25 Großelternpaare (!) mit einem ähnlichen Trennungs-Schicksal nach Familienstreit oder Scheidung bei KISS.

Das primäre Ziel der Großmütter und Großväter ist es, durch das vertraute und vertrauliche Sprechen in der Gruppe die oft krank machende Tat der Trennung besser verarbeiten zu können. Die SHG bietet u.a. zahlreiche Vorträge und Informationen von an Kindschaftssachen beteiligten Professionen an und trifft sich jeweils am zweiten Dienstag eines Monats bei KISS/Paritätischer Friesland in Varel um 17.00 Uhr.  Wer in die Gruppe kommen möchte, meldet sich bitte bei Frau Peest von KISS unter Telefon: 04451 – 91 46 46 oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .   

 

Gab es Signale für Familienstreit und Umgangsverweigerung?

Immer häufiger hört man von auseinander brechenden Familien wegen Unstimmigkeiten und gar Streit. Was sind die Gründe dafür. Geschwister sprechen nicht mehr miteinander, Kinder ziehen sich von ihren Eltern zurück und Enkelkinder dürfen ihre Großeltern nicht mehr besuchen. Die Enkel haben nun nichts mit dem Zerwürfnis der Erwachsenen zu tun, werden gewissermaßen als Geisel der Kindeseltern gehalten. Erwachsene müssenn sich nicht versöhnen, wie eine Zeitung kürzlich in einem Leitartikel schrieb. Sie sollten aber den Kindern die Möglichkeit einräumen, zu allen Ange-hörigen guten Kontakt zu pflegen. Sie auf eine Seite zu zerren, ist vor allem gegenüber den Klei-nen unfair. Es gilt Eigeninteressen zurückzustellen, zum Wohle des Kindes.

Psychologen sagen, dass es irgendwann Signale für diese Ereignisse gegeben haben muß, die ein-fach überhört wurden. Oder man fühlt sich durch ein unbeabsichtigtes Verhalten, ein Gespräch ver-letzt, subjektiv ungeliebt und heimatlos in der eigenen Familie.

Statt das Gespräch zu suchen, wird der Kontakt abgebrochen. Diese zunehmende Konfliktlösungs-unfähigkeit ist wie eine Flucht. Die den Kontakt abbrechenden Personen geben sich heutzutage keine Mühe mehr, die Situation zu bereinigen. Also bricht man den Kontakt einfach ab! Das ist ja so leicht und man muß sich nicht erklären. Der Abbrecher übt eine Art Folter aus; er hat (oft erstmals in seinem Leben) Macht über etwas!

Dieses Abbrechen ist nach Meinung von Soziologen vererbbar. Kleine Kinder übernehmen es im späteren Leben von den Eltern, die es ihnen vorgelebt haben. Sie kennen es ja nicht anders und haben nicht erlebt, wie man sich dennoch durch Gespräche auseinandersetzen und letztendlich zusammenfinden kann; Familie gewissermaßen wieder lebt.

Die zahlreichen Großelterninitiativen, die sich nach den Kontaktverlusten zu ihren Kindern und Enkeln gegründet haben, um durch das vertrauliche Sprechen die oft krank machende Tat der Trennung besser zu verarbeiten, geben den Rat, daß man dem Abbrecher immer wieder sagt: „Der Kontakt zu Dir ist mir wichtig.“ Das verloren gegangene Selbstwertgefühl bei dem Abbrecher muß gestärkt werden. Alleine die Zahl der „Trennungskinder“ in Deutschland wird auf rund 4 Milli-onen geschätzt und jährlich sollen demnach rd. 2oo.oo Kinder hinzukommen. Bereits im ersten Jahr der Trennung von Eltern geht bei 4O% der Kontakt zu einem Elternteil verloren. Das alles sind schlimme Entwicklungen in unserem Land.

Betroffene können sich über unsere beiden Selbsthilfegruppen „Enkel brauchern ihre Großeltern“ bei KISS/Paritätischer Friesland in Varel (Treffen jeweils am zweiten Dienstag eines Monats um 17.00 Uhr bei KISS) oder bei BEKOS in Oldenburg (Treffen jeweils am ersten Montag eines Monats um 19.30 Uhr bei BEKOS informieren.

 

Selbsthilfegruppe "Enkel brauchen ihre Großeltern" Oldenburg

Stichworte, Stoffsammlung Kindeswohl

  • Kinder brauchen Sicherheit durch feste Bezugspersonen, um in festen Beziehungen und klaren Strukturen emotional und sozial die eigene Psyche altersgerecht reifen zu lassen!
  • Soziale und emotionale Kompetenz erlernt man in Beziehungen mit Vorbildern!
  • Großeltern sind aufgrund ihrer Erfahrungen und Abgeklärtheit ein Garant für Entwicklung zukünftiger beziehungsfähiger Mitglieder in unserer Gesellschaft, weil sie Zeit und Geduld haben, sich mit ihren Enkeln in Ruhe zu beschäftigen. Urlaub von den gestressten Eltern bei den Großeltern lassen in entspannter Atmosphäre die kindliche Psyche reifen.
  • Kontaktverbote beschädigen die wehrlosen Kinder in ihrer natürlichen Entwicklung und verletzen ihre Menschenwürde, weil sie eine spätere selbstbewusste, konstruktive, eigenverantwortliche Teilnahme und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verhindern.
  • Der immer zunehmende Aufwand zur Behandlung der daraus resultierenden Schäden / Krankheiten wie PTBS, Depressionen, Borderline, usw. wird auf die Dauer nicht leistbar sein und sich in gewalttätigen sozialen Konflikten nicht bescherrschbaren Ausmaßes niederschlagen.
  • Die damit einhergehenden Behandlungen körperlichen Krankheiten aufbauend auf Stress wie Asthma, Neurodermitis, Gastritis, Enuresis, Enkropesis u.a. werden zusätzlich die Sozialkassen plündern.
  • Warum ist unser Gesetzgeber nicht bereit das Familienrecht den entwicklungspsychologischen Erkenntnissen unserer Zeit anzupassen und die Wurzeln des preußischen und kaiserlichen Besitzrechtes, aus dem es einst endstanden ist ein für alle mal auszumerzen?
  • Das Großeltern-Umgangsrecht nach § 1685 Abs. 1 BGB stellt alle Großeltern unter Generalverdacht, weil diese erst einmal dem Gericht beweisen müssen, dass ihr Kontakt zu den eigenen Enkeln deren Kindeswohl dient. Während dessen die Verursacher des Kontaktverbotes (Eltern) solange psychoemotionalen Machtmissbrauch an ihren Kindern und Großeltern betreiben dürfen!
  • In den EU-Ländern Belgien und Frankreich müssen sich die Kindeseltern, die den Umgang massiv vereiteln, einer Beratung, einer Mediation oder Therapie unterziehen, weil durch die Umgangsverweigerung die Kinder / Enkel ernsthaft in ihrer Gesundheit u.a. Entfremdungssyndrom PAS gefährdet sind. Wird in Frankreich das Umgangsrecht b e h i n d e r t (Ausnahme Gewalt und Übergriffe), sind strafrechtliche Bestimmungen vorgesehen (Code Civile 3/2002) und die Eltern setzen ihr Sorgerecht aufs Spiel!
  • Was haben wir Großeltern als Eltern falsch gemacht, dass unsere Kinder so reagieren müssen und wie pathologisch ist unser System, dass Anwälte und Richter dies aus Unwissenheit unterstützen. Das Unschuldprinzip wird bei der derzeitigen Gesetzeslage ignoriert und unschuldige Kinder müssen sich der Allmacht der Eltern unterwerfen um deren Zuwendung nicht zu verlieren. Weil, was haben die Kinder gelernt: Spurst du nicht (wie Oma und Opa es nicht getan haben, bzw. Eifersucht weil sie mehr Zeit mit dem Kind verbringen als früher mit den eigenen), dann gebe ich dich weg oder rede nicht mehr mit dir (härteste Strafe!) Es ist schwer wie ein Kind zu denken, daher!!!!!!, daher dürften nur gut ausgebildete Personen (Verfahrensbeistand) Kinder befragen. Die Reaktion unserer Kinder, welche uns die Enkelkinder entziehen, zeigt eindeutig ein verharren in einer frühkindlichen Entwicklungsstufe bis hin zur Borderline Störung und so dürfen die eigenen Kinder sich nicht weiter entwickeln (Stufe verlassen) da sie sonst nicht mehr psychisch zu den Eltern passen würden. Es wird hier nur von Großeltern gesprochen, welche eine gute Beziehung / Bindung zu ihren Enkeln hatten.
  • Die Bindungsforschung belegt die immense Bedeutung gerade frühkindlicher sicherer Bindungen für das ganze weitere Leben
  • Konflikte zwischen erwachsenen Bezugspersonen werden zwangsläufig zu inneren Konflikten der Kinder
  • Kinder versuchen ihre Kinderseele vor dem Loyalitätskonflikt durch Unterwerfung zu schützen und entwickeln Äußerungen, die sich verblüffend genau mit den Ressentiments der Eltern gegenüber den Großeltern decken, das führt zu schleichenden Verlust der Beziehung, sie opfern die Großeltern um ihrem inneren Konflikt zu entfliehen. Das scheinbare Wohlergehen wird auf Kosten späterer Auswirkungen / Schäden teuer erkauft!
  • Eltern müssen ihre verloren gegangene Erziehungsfähigkeit zum Wohle der Kinder wieder mit professioneller Hilfe wieder zurückgewinnen!
  • Der Verlust einer Bindungsperson ist für Kinder einer der am schwersten zu verarbeitenden Lebensumstände. Diese Verluste führen zu einer Traumatisierung mit schwerwiegenden Folgen für das ganze weitere Leben;
  • Ein Kind, das seine Großeltern ablehnt, kann keine gesunde Beziehung zu den Eltern haben, egal, wie innig sich diese nach außen darstellt!
  • Bindungen eines Kindes müssen untersucht werden, ob sie den aktuellen altersgerechten Entwicklungsanforderungen entsprechen als auch, ob sie die Grundlage einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung bereitstellen;
  • Nur aus der Gesamtbetrachtung der Lebensumstände kann auf den Kinderwillen geschlossen werden (PAS). Kinder reagieren immer auf Spannungen, auch wenn nicht darüber gesprochen wird! Der Kontinuitätsgrundsatz als Teil der Erziehungsfähigkeit erfordert in erster Linie, dem Kind die sozialen Bindungen zu erhalten, aus denen es psychische Sicherheit und ein grundlegendes Vertrauen (Urvertrauen) schöpft. Je stabiler das Urvertrauen eines Kindes ist, desto toleranter ist es in Bezug auf die Veränderungen seiner Umwelt!
  • Erziehungsfähigkeit => Bindungstoleranz!!!
  • Eine momentane Unauffälligkeit eines Kindes ist überhaupt kein Beweis dafür, dass ein Kind langfristig keine Beschädigung in seiner Persönlichkeitsentwicklung erfährt.
  • Die verursachenden Eltern tragen die Hauptlast der Verantwortung für die Verarbeitung der kindlichen Verlustängste zur Rückkehr in die eigene innere Sicherheit!
  • Eine wesentliche Störquelle in der kindlichen Entwicklung stellt ein Übermaß an (inadäquater) emotioneller Zuwendung dar. Eltern, die ihre Kinder als einzigen Lebensinhalt empfinden und die sich in erster Linie über diese Elternrolle definieren, ziehen Kinder in eine symbiotische Beziehung und erschweren ihnen die Entwicklung emotionaler Unabhängigkeit!
  • Bindungen müssen prinzipiell darauf untersucht werden, ob sie die Balance zwischen Sicherheit und (Entwicklung-) Freiheit für das Kind gewährleisten, ob sie also die Basis für deren Verselbständigung herstellen können;
  • Die Eltern, die den Kontakt ihrer Kinder zu den Großeltern boykottieren, richten definitiv Schaden für das spätere Leben des Kindes an, auch wenn das Kind in der Phase seiner Kindheit keine Schäden erkennen lässt. Kinder präsentieren sich nach dem „Ausschalten“ der Großeltern oft besonders angepasst und ausgeglichener und die Eltern können subjektiv der Auffassung sein, zum Wohle des Kindes zu handeln. Ihnen muss aber in dieser Situation abverlangt werden, dass sie die Beziehung zu den Großeltern konsequent fördern, auch wenn die Willensäußerung des Kindes genau das Gegenteil besagt. Zuwiderhandlungen führen zu Spätfolgen im Leben des Kindes in mannigfaltiger Form, z.B. psychosomatische Störungen, neurotische Störungen, Partnerschaftsproblemen, Störungen in der eigenen späteren Elternrolle, usw. manifestieren können.
  • Die ersten drei Lebensjahre eines Kindes sind für Persönlichkeitsbildung und Elternbindung die relevantesten. Daher sollten Eltern in diesen ersten Jahren so viel Zeit mit dem Kind zu verbringen wie nur möglich. Dabei geht es weniger um zu erlangende Bildung und Fähigkeiten. Diese Zeit sollte ausschließlich zur Entwicklung der emotionalen Intelligenz, dem sozialpsychologischen Erfahren der Bezugspersonen – sprich den Eltern und Großeltern – dienen.
  • Bindung ist die emotionale Nahrung, die uns am Leben erhält!
  • Unterscheide Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit!
  • Unterscheide Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein!
  • Kindliche Bedürfnisse befriedigen anstatt Traumata zu erzeugen!

Manfred Keilmann
0163-7428884
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

   
© www.grosselterninitiative.de